Jerry Goldsmith

Jerry Goldsmith ist sicherlich einer der bemerkenswertesten Film-Komponisten die es gab. Seine Scores umfassen beispielsweise ‚Hollow Man‘, ‚L.A. Confidential‘, ‚Total Recall‘ oder ‚Alien‘, ‚Rambo‘ und ‚The Omen‘.
Allerdings: 1996/1997/1998 muss eine schlechte Periode für Jerry gewesen sein.
Man vergleiche bitte einmal die Scores von ‚Star Trek:First Contact‘ und ‚Airforce One‘. Oder auch ‚Star Trek:Insurrection‘, und ‚U.S. Marshals‘ (‚Auf der Jagd‘, heute auf RTL). Gern auch alle vier gegen einander.
Die klingen identisch.
Nicht bis in die kleinste Note, aber bei ‚Auf der Jagd‘ heute wußte ich, diesen Score bereits gehört zu haben. Sogar Klänge aus dem Star Trek-Opening Credit kamen gegen Ende von ‚Auf der Jagd‘ auf. Ich hätte meine Eingeweide auf Jerry Goldsmith als Komponist verwettet, ohne es vorher gewusst zu haben …
Sowachs wächst aus Zeitnot. Nicht auf Einfallslosigkeit. Hoffe und unterstelle ich. (Fällt das sonst niemandem in Hollywood auf? Oder geht man ans Werk und dirigiert den Komponisten mit den Worten: „Ich will, dass es wie ‚Basic Instinct‘ klingt?)

2 Kommentare

  1. Es ist mit Sicherheit Zeitdruck im Spiel, aber Ähnlichkeiten sind auch z.T. auf eine bestimmte Form „kompositorischer Effizienz“ zurückzuführen:
    Filmmusik ist ja immer funktionale Musik, also mag man als Komponist zu Mustern neigen, die man in der einen oder anderen Ausprägung immer wieder verwenden kann.

    Auch die besten Filmmusik-Komponisten erkennt man meist nach wenigen gespielten Noten. Es gibt klar erkennbare Melodieführungen und Instrumentationen mit hohem Wiedererkennungswert.

    Einen „Goldsmith“ hört man mit ein wenig Gewöhnung genauso klar heraus wie einen „John Williams“, einen „James Horner“, „Elliot Goldenthal“, „Hans Zimmer“ oder andere.

    Und es dürfte durchaus der Fall sein, dass ein bestimmter Sound oder sogar bestimmte melodische Elemente gewünscht werden.

    Meist aber beginnen ja die Arbeiten am Score erst wirklich unter hohem Zeitdruck im Rahmen des End-Schnittes des Films. Oft sind da nur noch zwei oder drei Wochen Zeit für den Job.

    Ich glaube mich zu erinnern, dass Goldsmith sich einmal über Scores wie „Total Recall“ oder „Basis Instinct“ geäußert hat als Glücksfälle, wo er genügend Zeit und weitestgehende Freiheit hatte. So sind (u.v.a.) zwei Filmmusik-Meisterwerke entstanden.

    Und was nicht zu vernachlässigen ist: Manche Regisseure/Produzenten haben ihre „Haus-Komponisten“. M.a.W., manche Komponisten arbeiten immer wieder mit denselben Filmemachern zusammen, so dass da eingespielte Teams entstehen, wo der eine weiß, was der andere braucht. Da herrscht dann im Idealfall Kongenialität, so dass wirklich Klasse-Scores entstehen können.

    John Williams und Steven Spielberg
    Michael Kamen und Joel Silver
    Howard Shore und David Cronenberg
    —–

  2. Über die Jahre betrachtet, haben alle eingebüßt: Goldsmith, Williams, Kamen, etc. Vergleicht man deren frühe Werke mit den aktuelleren (Planet of the apes vs. Congo, Close Encounters vs. Kevin, Die Hard vs. Three Musketeers), ist ein erschreckender Trend zur Vereinheitlichung festzustellen, der irgendwann in Langeweile mündet. Einzig Hans Zimmer hat es von Anfang bis jetzt geschafft, gleichermaßen langweilig zu sein, das aber auf hohem Niveau.

    Am besten nimmt man sich mal die Europäer in den iPod: Eric Serra (Fifth Element) oder Nicola Piovani (Das Leben ist schön), die zitieren die „Großen“ sehr fein und bringen trotzdem eigene Aspekte mit ein.

    IMHO der König der Soundtrackomponisten ist Gabriel Yared (Mr. Ripley), jetzt aktuell mit dem „Leben der Anderen“ noch im Kino gewesen.

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