Burn After Reading

Gestern Abend habe ich den Sommer eröffnet, mich vom TV-Programm abgewandt und der sommerlichen Tradition namens “DVD-Abend” gefrönt. Eröffnet wurde der DVD-Sommer durch “Burn after Reading” von den Coen-Brüder.
Ich bin ja ein Fan der Coen-Brüder. Ihre schrägen Geschichten sind so wunderbar erzählt (ich liebe The Big Lebowski und O Brother, Where Art Thou?) und klasse inszeniert. Und eigentlich fragt man sich bei diesen Filmen die ganze Zeit: Was haben die eigentlich gegen Studiobosse in der Hand? Oder warum legen die freiwillig Geld dafür auf den Tisch?

Bei Burn After Reading hat es offenbar mal wieder jemand gemacht. Der Film läuft, läuft und läuft. Er erzählt eine Geschichte, Du denkst Dir: “Wann geht es los” und bist doch nicht gelangweilt. Die Figuren sind faszinierend, die Geschichte steigert sich und am Ende kommt man sich vor als habe man 1 1/2 Stunden lang jemandem zugehört, wie er einen Witz erzählt. Und dann plötzlich die Pointe vergessen hat.

Denn nach all den Verstrickungen, den Überraschungen und dem Wahnwitz spielt sich zwischen den beiden “Beobachtern” J. K. Simmons und David Rasche folgender Dialog ab:

“Das is’ ja ‘n riesen Klumpen Scheisse! Also das war’s dann? Keiner weiß eigentlich irgendwas genaues. […] Leck mich am Arsch. Und was lernen wir daraus, Palmer?”
“Ich weiß es nicht, Sir.”
“Mmh, Scheiße. Ich weiß es auch nicht! Schätze, wir sollten das nicht wiederholen!”
“Ja, Sir.”
“Wenn ich nur wüßte, was eigentlich.”
“Ja, Sir. Es ist schwer zu sagen.”
“Gott. Was für ein riesen Scheißdreck!”

Ja. Genau so kommt man sich am Ende des Films vor. Aber den Coen-Brüdern gelingt es, dass man sich nicht veralbert vor kommt. Du hörst ihnen 90 Minuten lang zu, erlebst so einiges und fragst dich die ganze Zeit: Und?
Und am Ende erzählt dir einer der Protagonisten: War nur Spaß. Keine Ahnung was das sollte. Und Du sitzt da, staunst und lachst Dich schlapp.
Großartig.

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2 Kommentare

  1. Naja, schlapp lachen wohl nicht ganz. Bei mir hat eher das Gefühl „… und jetzt?“ überwogen. Ich denke es hat was damit zu tun, dass die Geschichte um die Schauspieler gestrickt wurde – war doch so, oder? Ich mag die CoenBrüder ebenfalls, aber der Film hatte außer ein paar Skurilitäten nicht viel.

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