Furby 2012

14 Jahre ist es her, als ein kleines Tierchen alle Nerds im Land begeisterte.
Furby. Konnte nicht viel mehr als unverständlich brabbeln (Sprache: „Furby“), tanzen und mit den Augenlidern klimpern. Trotzdem war das Ding Ende des letzten Jahrhunderts (cool, wollte ich schon immer mal schreiben) heißer Scheiss. Wir hatten damals ja noch nix – nicht mal Internet, so richtig.
Irgendwann stand so ein kleiner Zwerg auch bei uns. Und so süß er war – knuddlig war er nicht, und uninteressant war er auch schnell (wo ist der eigentlich heute?). Aber das ist bei derlei technischem Spielzeug ohne Nutzen überhaupt so ein Wunder: Nach ein paar Tagen wird es einfach uninteressant. Geht nicht nur mir so, sondern auch der Tochter zum Beispiel. Die wollte irgendwann unbedingt Starsong – ein sprechendes, singendes Spielpony. Obwohl wir keine Fans davon sind, die Kinder mit derlei Zeug zu beglücken (ja, ich bin mir des Widerspruchs bewusst: Selbst sich einen Furby kaufen, den Kindern das Zeug aber vorbehalten – ist aber ein anderes Thema) haben wir nach Wochen des Wunsches nachgegeben. Starsong sitzt seit dem im Bett und wurde nach einer Woche intensiver Nutzung nie wieder angeschaut.

Jetzt jedenfalls kommt Hasbro mit dem Furby zurück (darauf wollte ich jetzt im Artikel eigentlich hinaus).
Nach 1998 gab es 2005 schon einmal eine Neuauflage. Jetzt – ebenfalls wieder sieben Jahre später – also Furby 3.0 quasi.
Und obwohl wir im Internetzeitalter leben, kann Furby noch immer nicht wirklich viel mehr.
Er hat mittlerweile keine Plastik-Kulleraugen mehr, sondern LCD-Augen, und er kann über eine iPhone-App gefüttert werden. Weil dafür allerdings keine Blutooth-Schnittstelle genutzt wird, sondern nur Geräusche (die der Furby erkennt und entsprechend reagiert) ist Furby 3.0 noch immer ziemlich lahm.
Er kann weiterhin nur lachen, tanzen, brabbeln. Ende, aus. Mehr nicht.
Für 2012 ist das herzlich wenig bis überhaupt nix. Eine Internet-Anbindung mit Verhaltens-Apps, eine Bluetooth-Schnittstelle damit man ihm Bewegungen oder dergleichen beibringen kann, eine Shopping-Schnittstelle, um eigene Augen, eigenes Lachen oder neue Wörter beizubringen .. all das wäre möglich. Selbst mit günstiger Technik. iPhones haben die Kids heute doch eh alle – entweder selbst, oder über Mama und Papa. Es wäre ein Leichtes, den Kuschelzwerg über Schnittstellen und Software zu einem Tierchen zu machen, dass länger Begeisterung auslöst als eine Woche. Und sei es nur, dass er seinen Gemütszustand einmal täglich ins Facebook-Profil seines Eigentümers postet.
Mensch, Hasbro. So viel wäre möglich. Auch, um den Revenue nach dem Primärkauf zu noch am laufen zu halten.
Vielleicht setzt Du ja noch einmal ein paar koreanische Hacker dran und lässt eine Erwachsenen-Version erstellen?

Dass Hasbro übrigens selbst nicht unbedingt an den Erfolg seines Plüschdings glaubt, kann man schnell sehen, wenn man auf die Termine schaut. Während „Furby Flush“, wie er offiziell genannt wird, in UK bereits erhältlich ist, kommt er erst im Frühjahr aufs Festland. Nach dem Weihnachtsgeschäft. Tja.

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