Die Sache mit der Kreativität und der Darstellung des eigenen Ichs

Es ist mit Freiheit und Kreativität immer so eine Sache. Insbesondere, wenn man „Künstler“ ist. Nun würde ich mich nicht direkt als solcher bezeichnen, wohl bin ich aber der Kategorie der „Kulturschaffenden“ zuzuordnen, verdiene ich meine Taler doch durch das Verfassen von mannigfaltigen Schriften für Unterhatungs- und Informationszwecke.

Dabei schlummern in meiner Brust gar zwei Herzen. Denn ich bin eben nicht vorrangig „Autor“, welches man im klassischen mit „Geschichtenerzähler“ gleichzusetzen vermag. Ich bin vor allem zuerst einmal Blogger. Und als solcher sehe ich mich, meinen Auftraggebern ebenso wie Lesern gegenüber, journalistischen Standards verpflichtet.
Das bedeutet allem voran, ich veröffentliche Artikel nach bestem Wissen und Gewissen mit den darin korrekt wiedergegebenen Fakten und real existierenden Aussagen.

Nun passiert es zuweilen, dass sich beide Welten miteinander vermischen. Und so ist mancher Bericht eben weniger journalistisches Reportieren, sondern emotionalisiertes oder gar literarisches Erzählen. Und bei eben diesem nehme ich mir zuweilen die Freiheit, mein literarisches Ich zu überzeichnen. Nicht die Eindrücke, die es hat, sondern die Einstellung.
So schrieb ich neulich zum Beispiel, dass ich in keinem Hotel mehr schlafen könnte, welches nicht mindestens vier Sterne habe. Ein kleiner Kniff, um das „Abenteuer Camping“, welches der Text thematisierte, zu dramatisieren.

Zu meiner Überraschung löste dieser Kniff ein kleines Erdbeben in meiner näheren sozialen Umgebung aus.
Und so nahm ich mit einer Mischung aus Entsetzen, Verwirrung und Belustigung zur Kenntnis, als man mich – nachdem sich die Geschichte in einem kleinen Kreis fast schon verselbständigt hatte – ansprach, wie abgehoben ich wohl sei. Schließlich könne man sehr wohl in Hotels schlafen, die weniger Sterne haben.
Kann man. Sogar ziemlich gut. Ich habe gerade zwei Wochen in den unterschiedlichsten Betten auf Campingplätzen und in Ferienhäusern geschlafen. Und mir geht es so gut, wie schon lange nicht mehr. Im September zur IAA werde ich in einem Bed & Breakfast Hotel unterkommen – ganz ohne Horror und Bedenken. Ich kann da wirklich super schlafen.

Man sei also beruhigt.
Schreiben ist mein Beruf. Und dazu gehört auch, manchmal Geschichten zu erfinden – insbesondere mit mir, mache ich das gern. Ich hoffe, die Geschichte mit den Elchen wurde bisher nicht wirklich von Jemandem geglaubt. Oder diese „ich falle vom Hochhaus“-Geschichte als Selbstmordwarnung?

Liebe Leser: Vertrauen Sie mir, ich bin ein 32jähriger geerdeter und glücklich verheirateter Mann mit drei Kindern. Meine Artikel liefern korrekte Fakten, bedienen sich formal aber manchmal eines literarischen Tricks. Insbesondere wenn ich mich beschreibe, müssen Sie nicht alles glauben.
Ich sehe übrigens besser aus als Brad Pitt und bin charmanter als George Clooney. Ohne Mist!

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