Weblog-Artikel

In der aktuellen Ausgabe der com!online (07/2003; nur noch ein paar Tage am Kiosk) gibt es einen kleinen recht guten Artikel (S. 140 ff) zum Thema Weblogs. Der Schwerpunkt des einseitigen (nicht der Standpunkt; sondern die Länge) Artikels liegt dabei vor allem auf dem Nachrichtenwert von Weblogs.
Schön ist, dass der Artikel und die dazugehörigen Links auf der Heft-CD sehr gut recherchiert ist (Fanatiker wie mich wird freuen dass das Wort „Tagebuch“ nicht vorkommt). Dazu gibt es – typischerweise für com!online – Linktipps aus den Bereichen „Leben“, „Freizeit“, „News“, „Musik“, „Literatur“ und „Kultur/Bildung“ sowie einen kleinen Workshop wie man ein eigenes Weblog mit Blogger bzw. 20six anlegt. Nur ein Satz ist mir etwas „aufgestoßen“: 20six.de, der wichtigste deutsche Weblog-Service. Obwohl, in D entspricht das wohl der bitteren Wahrheit. antville und twoday sitzen ja leider in Österreich. Ich überlege schon seit Tagen warum ich keinen Server miete und eine antville-Community aufsetze ūüėČ

Und: Mit auf der CD sind neben Greymatter, Sunlog und einigen weiteren Links (u.a. zum BlogHaus): 10 Tipps für Weblog-Einsteiger (RSS-Service: Klicken! http://www.x-ploration.de/weblog_1024.php)

1. Mit einfachen Befehlen die Lesbarkeit erhöhen
Erh√∂hen Sie die Lesbarkeit Ihrer Eintr√§ge, indem Sie kurze, pr√§gnante √úberschriften nutzen und die wichtigsten W√∂rter hervorheben. Wenn Sie wichtige W√∂rter mit den HTML-Befehlen <b> und </b> einrahmen, erscheinen diese fett. Zitate k√∂nnen Sie kursiv ver√∂ffentlichen, wenn Sie die HTML-Befehle <i> und </i> als Rahmen nehmen. Es ergibt ein angenehmeres Lesegef√ľhl f√ľr den Besucher, wenn nicht nur eine einheitliche Schriftformatierung genutzt wird.

2. Inhalte verlinken statt klauen
Stibitzen Sie keine Inhalte! Beim Surfen im Netz werden Sie auf Dinge sto√üen, die Sie interessant und gut finden. Kopieren Sie diese aber nicht einfach in Ihr Weblog. Blogs sind dazu da, √ľber Fundst√ľcke zu berichten – nicht, um sie zu replizieren. Zitieren Sie einen Satz, den Sie m√∂gen, oder stellen Sie ein Bild in Ihr Weblog, und verlinken Sie dann das Fundst√ľck. Ihre Leser werden Ihr Weblog trotzdem oft besuchen, weil Sie Ihre Web-Tipps zu sch√§tzen wissen.

3. Der eigene Chefredakteur sein
Auch wenn jeder Weblog-Begeisterte diese Floskel predigt: Es stimmt! Suchen Sie sich die Themen selbst aus. Lassen Sie sich nicht von allgemeinen Trends beeinflussen, oder greifen Sie kein Thema nur aus dem Grund auf, weil es gerade alle Weblogs tun. Sie haben bestimmt eigene Interessengebiete auf Lager, √ľber die sie gerne sprechen und sich stundenlang mit anderen unterhalten k√∂nnten. Dann schreiben Sie genau dar√ľber. Es werden sich viele Gleichgesinnte auf Ihrer Website einfinden!

4. Andere Weblogs verlinken
Wenn Ihre G√§ste ihr Weblog der Themen wegen gerne lesen, dann sind sie auch daran interessiert, welche anderen Webseiten und Weblogs Sie regelm√§√üig lesen. Erstellen Sie eine kleine Link-Liste. Einen Link k√∂nnen Sie zum Beispiel mit diesem Befehl legen: <a href=http://www.com-online.de>com!online</a><br>. Zun√§chst wird zwischen <a href=“ und „> die Webadresse eingetragen. Der Titel des Links wird zwischen „> und </a> eingegeben. Wenn der folgende Link in der n√§chsten Zeile beginnen soll, geben Sie vor dem Link-Tag <br> f√ľr einen Zeilenumbruch ein.

5. Erfolg durch Kontakte
Messen Sie ihren Erfolg zunächst nicht an der Anzahl der Besucher. Wenn Sie ihre Sache gut machen, ergeben sich mit der Zeit schon Kontakte zu Besuchern. Bekannte werden Sie darauf ansprechen. Das ist mehr wert als die Zahl auf dem Counter. Nutzen Sie letzteren lieber, um zu sehen, welche anderen Webseiten oder Weblogs auf sie linken. Diese Verlinkungen auf Ihr Weblog nennt man Referrer. Nutzen Sie zum Beispiel die Referrerliste von kostenlosen Countern wie NedStat oder SiteMeter. Sie werden interessante Webseiten kennen lernen, die ihnen bisher unbekannt waren. (www.nedstat.com/DE; www.sitemeter.com)

6. Ein Impressum erstellen
Ein Irrturm ist, dass nur gewerbliche Webseiten der Impressumspflicht unterliegen. Laut dem Teledienstgesetz gilt diese auch f√ľr Weblogs. Ein Impressum ist jedoch einfach zu erstellen: Nutzen Sie zum Beispiel einen Impressums-Generator (www.digi-info.de/de/netlaw/webimpressum/assistent.php)

7. Kreativ sein
√úber Weblog-Definitionen wird h√§ufig gestritten, weil sie so wenig einheitlich sind. Und das ist ihre Chance! Finden Sie Ihre eigene Linie wie Sie Ihr Weblog f√ľhren. Halten Sie sich nicht an Standards, sondern entwickeln Sie diese lieber selbst. Wenn Sie eine Idee haben, sollten Sie diese auf keinen Fall verwerfen, sondern ausprobieren. Orientieren Sie sich lieber an der Reaktion Ihrer Besucher – Sie werden √ľberrascht sein.

8. Der Inhalt macht es
Einige Weblogs ver√∂ffentlichen ihre Eintr√§ge zu einer bestimmten Uhrzeit. Der gew√∂hnte Leser besucht auch genau dann in freudiger Erwartung die Site. Lassen Sie sich davon aber nicht unter Druck setzen, sondern bloggen Sie nur, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben. Eintr√§ge sollten sich nicht an der Uhr orientieren, sondern an der Auswahl der Inhalte. Es macht nichts, wenn Sie f√ľr einige Tage oder Wochen nichts schreiben, schlie√ülich ist es nur ein Hobby.

9. Die Privatsph√§re sch√ľtzen
Auch wenn f√§lschlicherweise Weblogs h√§ufig mit Tageb√ľchern gleich gesetzt werden, ist es dennoch ratsam, die Privatsph√§re zu sch√ľtzen! Wenn Sie nicht zu viel √ľber sich verraten, machen Sie es f√ľr Ihre Besucher spannender, und Sie sch√ľtzen auch sich selbst. Wenn Sie zum Beispiel √ľber einen geplanten Urlaub schreiben und im Impressum oder in den Domaininhaber-Daten Ihre Adresse steht, w√§re Ihre Wohnung ein leichtes Opfer f√ľr Diebe. Auch Arbeitgeber sind oft nicht begeistert, wenn Firmeninfos im Web auftauchen.

10. Den Spaß behalten
Das ist der wichtigste Punkt! Wenn Sie diesen nicht beachten, sind alle vorigen neun Ratschl√§ge nichts wert. Sehen Sie das Bloggen nicht verbissen. Wenn Sie Freude am Schreiben haben, werden dies auch Ihre Leser merken. Probieren Sie verschiedene Dinge aus, seien Sie geduldig, und f√ľhlen Sie sich nicht den Anforderungen Ihrer Leser verpflichtet. Sie werden merken: Webloggen macht Spa√ü!
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10 Kommentare

  1. > Meinste so ne antville Community w√ľrde sich lohnen?

    Genaus das ist schwer zu sagen … Das Problem: Wenn wirklich tripod hierzulande noch kommt, freenet noch ein wenig featured und T-Online vielleicht auch noch die Idee bekommt … Und dann noch 20six und twoday im Nacken?
    Ich zweifle, dass Webloggen nun soviel Potential hat?!

    Cool w√§re nat√ľrlich eine Ausschreibung a la „Wir brauchen x Leute f√ľr je x Euronen im Monat“ – F√ľr eine Basis.

    Das Prob: Ich verstehe von Servertechnik wesentlich zu wenig um da wirklich was machen zu können (bzw. es mir zuzumuten).

    > oder hast du zu viel Geld

    Mitnichten! ūüôā

  2. Ich denke auch dass die Kostenlos-Mentalit√§t bzw. die vielen kostenlosen Anbieter es sehr schwer machen w√ľrden. Ich kenn zwar die Zahlen von twoday nicht, aber f√ľr 5 EUR werden doch viele gleich richtiges Webhosting kaufen.

    Ich habe sch√∂n √∂fter dar√ľber nachgedacht etwas in diese Richtung zu machen. Aber was ist eigentlich der Reiz von Antville? Sicherlich mehr die Community als die Software. So dass man schon ein paar Leute zusammenkriegen muss damit das klappt.

  3. Nur kurz und aus eigener Recherche:
    – Freenet wird weblogs nicht um features erweitern
    РT-Online plant keine Weblogs, da die Verantwortlichen das Thema als geek-haftig einschätzen
    – Tripod steht am Anfang ihrer Bem√ľhungen…

    Ich faende es auf jeden Fall gut, wenn du es zumindest mal versuchen wuerdest.

  4. Andererseits, was w√ľrde eine deutsches Antville bringen? Um gegen das Marketing von 20six anzukommen brauch es schon einiges.

    Man könnte das ja mal im Bloghaus diskutieren.

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