Glück reimt sich doch auf Leben

Ohne Zweifel. Ich habe eine wunderbare Frau.
Nach all den Jahren glaube ich, weiß sie viel besser wie ich ticke, als dass ich weiß, wie ich ticke. Geschweige denn, dass ich weiß, wie sie tickt. Aber das ist ein anderes Thema.
Weil sie das also weiß, weiß sie auch, wie verrückt Zeug sein darf, dass man mir schenken kann.

Etwas wie ein Buch von Schauspieler Bjarne Mädel.
Was “Der Tatortreiniger” “Berthold ‘Ernie’ Heisterkamp” hat ein Buch geschrieben?
Ja, hat er. Und was für eins.
Ein Gedichtband.

Ja. In der Tat. Gedichte. Lyrik. Echte, Feine.
Nicht gedankenschwer, nicht nebelig.
Nein, eher im Format eines … sagen wir im “Ernie-Format”. Auch, wenn er mit der Beurteilung wahrscheinlich “unzufrieden” wäre?

Der Titel des 2011 erschienen Buchs ist “Glück reimt sich nicht auf Leben: Na ja, so ist das eben”.
Und irgendwie erahnt man bei dem Titel schon – ganz so melodramatisch wie bei Goethe, Schiller, Heim, Grünwald oder Rühmkorf wird das nicht.

Ist’s auch nicht.
Dafür ist es ein Heidenspaß.
“Heiden” vielleicht am Besten gar im Sinn des Wortes. Doppelt. Einmal im ursprünglichen von hejd – dem “groß” aus dem althochdeutsch und ebenso wie dem “nicht religiös”.

Mädel erinnert zuweilen stark an Heinz Erhardt. Wortdreher und Geschichtswendungen gelingen auch ihm in wenigen Versen. Man denkt, was kommt und schwupps kommt’s anders.
Am häufigsten jedoch schreibt er kleine Zweiverser. Sowas wie “Heute hat der Eber Durst / morgen ist er Leberwurst”.
Das ist mal albern, mal sehr albern und manchmal sogar ganz schön albern. Aber wunderbar.
Die sechs Euro Wert. Oder ein Lächeln vom Mann eben.

Danke.

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