Genderquark. Oder: Rollenidiotien.

Ich finde Rollenspiele toll.
Nein. Ganz ohne sexuelle Wertung. Die von der Gesellschaft aufgedrängten Rollen und deren Spiel innerhalb der Gesellschaft.
Beispiel: Ich bin ein Vater, der mit seinen Kindern durchaus eine Woche allein zu Recht kommt, ohne, dass Haus und Kinder im Chaos versinken. Ich koche. Ich trinke ab und an ein Bier, rauche aber seit der Geburt unseres ältesten Sohn nicht mehr (ausser vielleicht die Zigarette weit weg von daheim mit Freunden, wenn ich zwischendurch Zähne putzen und duschen kann). Ich habe dafür keine Ahnung vom Heimwerken. Und stelle mein Auto – trotz Autobloggertums – auch lieber dem Mechaniker meines Vertrauens vor die Werkstatt um Reifen, Öl und keine-Ahnung-was-noch zu wechseln. Und nebenher bin ich berufstätig.

Meine Frau ist berufstätig. Schmeisst den Haushalt, ist die Handwerkerin und Technik- sowie Naturwissenschafts-Expertin zu Hause. Ist im Kindergarten im Elternausschuss, bringt die Kinder aber eher selten in eben jenen (einfach, weil es sich bei uns so ergibt). Oh, und sie kann selbstverständlich auch mit den Kindern allein bleiben – wir sind da geprüft.

Alles in allem sind wir denke ich eine gute Allrounder-Familie. Wir wissen, was vorgeht, kennen die Eigenheiten der Kinder. Ich weiß wie man Windeln wechselt (ob ich das noch kann), weiß eher, welche Sachen die Kinder heute an haben als meien Frau, dafür weiss meine Frau die IP unseres Routers wahrscheinlich auswendig und kann dreimal besser Rasen mähen als ich.

Und nun kommen die Rollenklischees der westlichen Welt.
Und sagen: Leckt uns! Du bist ein Papa, Papas haben keine Ahnung von ihren Kindern, können nicht kochen, kommen nicht allein klar und sind von Morgens bis Abends weg. Und Du, Du bist eine Mama. Die muss Ahnung vom kochen haben, ist die einzige, die wirklich weiß, wie die Kinder drauf sind und die weiß, was in der Schule läuft.

Auf dem Dorf ist sind diese Klischees noch verstärkt.
Als wir hier her kamen brauchte es insbesondere bei den älteren Kita-Erzieherinnen recht lange, bevor sie mir erzählten, wie der Alltag der Kinder war. Wohingegen meine Frau immer einen wahren Roman erzählt bekam. Auch Sätze wie: „Sagen Sie Ihrer Frau, der Sohn braucht morgen …“ habe ich mehr als ein Dutzend mal gehört. Bevor man realisierte, dass ich derjenige bin, der Sachen und Frühstück morgens einpackt. In der Schule? Gleiches Spiel.
Lustig. Mittlerweile machen wir uns das bei Elternabenden durchaus zu Nutzen: Ich gehe hin, und wenn wir tatsächlich mal etwas vergessen bin ich Schuld, ohne dass es gesühnt wird – schließlich dürfen Papas ja was vergessen. Mamas aber nicht, die sind für die Kinder da und müssen alle Termine im Kopf haben.

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