Vom Quantensprung.

Jedes Mal, wenn ein Journalist ‚Quantensprung‘ schreibt, schlägt irgendwo ein Experiment mit Schrödingers Katze fehl.

Gestern war es mal wieder so weit. Apple stellte einen Reigen neuer Produkte vor, und aller Orten freuten sich Apple-Fans und Journalisten. Und eben viele der Letzteren verfielen in der euphorischen Berichterstattung wieder einmal der mittlerweile so verbreiteten Blubberblase „Quantensprung“.

Vielleicht lehrt ja mal irgendwer demnächst schon an Schulen, dass Quantensprünge nun wahrlich keine Evolutionssprünge sind. Oder „Riesenschritte“. Eben nicht das, was Frau oder Herr Journalist oftmals damit eigentlich ausdrücken wollen.

Lernt es. Ihr Journalisten. Nicht mal Physiker nutzten das Wort noch. Und selbst wenn, dann nutzen sie es wenigstens richtig. Und nicht der ursprünglichen Bedeutung gegenüber vollkommen diametral – wie ihr!

Einfach gesagt, ist ein Quantensprung eine Zustandsänderung in einem sehr kleinen System, also eine sehr kleine Änderung der Wirklichkeit. Umgekehrt ist jede noch so kleine Zustandsänderung immer ein Quantensprung, es gibt nichts Kleineres. Darüber hinaus ist ein Quantensprung die einzigst mögliche Zustandsänderungen in einem Systemen. Ausführlicher in der ZEIT aus dem Jahr 1996.

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2 Kommentare

  1. ich dächte mal gelernt zu haben, das ein quantensprung die kleinstmögliche zustandsänderung ist. insofern ja bei der apple keynote nicht gänzlich fehl am platz… 😉

    thomas

  2. So sehe ich das auch… Hier ist (nach allem was ich mitbekommen habe) das Wort „Quatensprung“ ausnahmsweise einmal angemessen. Was nicht über die sonst völlig falsche Verwendung hinwegtröstet… Ich bekomme da auch immer einen Hals. Noch besser sind nur noch die „Quantenheiler“…

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