iPad Mini: Die schwache Stelle von Apple.

Letzte Woche hat Apple auf einer Keynote nicht nur die Macs einmal vollständig runderneuert, sondern (endlich, möchte man sagen) auch eine kleinere Variante des iPads vorgestellt.
Nun, ich bin seit der Vorstellung des ersten iPads ein großer Fan des Geräts. Als Star Trek-Fan wollte ich etwas wie dieses schon immer, und auch wenn vorher der ein oder andere Hersteller (Huhu, Microsoft) bereits Tablets präsentiert hatte, Apple hat das Gerät auf eine perfekte Stufe gehoben. Eine, auf der es technisch gut war. Dazu mit dem Apple Appeal versehen – and Boom, war das iPad der Verkaufsschlager schlechthin.
Seit dem haben sich diverse Hersteller an Geräten wie dem iPad versucht – eine Chance hatten sie bisher nur mit den Geräten, die nicht auf 10 Zoll sondern 7 setzten. Bei der Vorstellung des iPad Mini nun dringt Apple auch in dieses Segment vor, nachdem der Wettbewerb gezeigt hat, dass Steve Jobs mit seiner Einschätzung zu 7-Zoll-Geräten falsch lag. Dabei ist die Größe von Sieben Zoll für diverse Anwendungsgebiete durchaus gut. Das habe ich als Star Trek-Fans schon immer geahnt – schließlich haben Picard und Co. auch unterschiedlich große Tablets bei sich auf den Tischen liegen. Seit der neue Kindle (ohne Tastatur) beim großen Kind liegt habe ich es aber auch gewusst. Und das hat Gründe – auf die Nico Lumma recht gut eingeht.

Nun, Apple ahnt es anhand der Verkaufszahlen der Wettbewerber wohl auch. Und stellte das iPad Mini vor. Ein Gerät, auf das ich mich gefreut habe – insbesondere, nachdem die Kinder mein iPad 1 so in Dauerbesitz haben, dass ich alle Apps, mit denen ich arbeite von dort gelöscht habe, damit sie nix an meinen Daten kaputt machen. Und weil iPads eben nichts für Multiuser sind (auch, weil wir uns in der Familie die gleiche Apple ID teilen), nützt mir auch das iPad 3 der Frau nix. Also hatte ich hier nicht nur ein Verlangen, sondern gar ein Argument.

Nach der Vorstellung jedoch … werde ich warten.
Auf das iPad mini 2.
Wieso? Weil Apple einen Fehler macht. Einen großen.
Nicht den Preis.
Sondern das Display.
Man hat darauf verzichtet, dem iPad Mini von Anfang an ein Retina Display mitzugeben.

Mir ist klar, dass man diese Entscheidung in Cupertino wohl aus zwei Gründen gezogen hat. Erstens hat man so für eine zweite Generation ab Frühjahr gleich den größten Kaufanreiz. Zweitens war es wohl einfach auch die Tatsache, dass man ohne Umstände mit einer zum iPad 2 kompatiblen Auflösung an den Start gehen konnte, ohne, dass man Apps ausschließt, weil sie von der Größe her nicht passen würden.

Trotzdem ist es ein Kriterium, mit dem sich Apple – wahrscheinlich nicht nur für mich – ins Abseits schießt. Denn das 7,9 Zoll große iPad Mini ist teurer als der Wettbewerb – Nexus 7 und Kindle Fire. Was man verschmerzen kann, schließlich ist es Apple (nicht nur ein Produkt, sondern ein Produkt und ein Lebensgefühl).
Aber man macht sich angreifbar in einem Segment, dass man seit Januar 2011 eigentlich kontrolliert.
So angreifbar, dass Amazon in den USA jetzt gar auf der Startseite seines US-Shops die Chance nutzt.


(Klick für große Ansicht)

Und auch die Reaktionen im Web zeigen: Das iPad Mini ist wohl das erste iPad, dass die Menschen enttäuscht, weil es eben nicht so innovativ ist, weil es gegen seine Wettbewerber im Vergleich verliert.
Dass das die Verkaufszahlen massiv beeinträchtigen wird, davon möchte ich nicht spekulieren. Die Leute werden das iPad Mini trotzdem kaufen. Aber Apple hat mit der Vorstellung des iPad Mini gezeigt, dass sie beim Bad im Drachenblut wohl auch ein Lindenblatt übersehen haben … dieses Wissen nutzt Amazon nun offensiv. Ich bin gespannt, wie die anderen Wettbewerber reagieren.

Um bestehende Kunden muss sich Apple kaum Sorgen machen. Sie stecken knietief im eigenen Ökosystem – und kaum einer wird die einmal gemachten Investitionen in Musik, Filme und Apps einfach so über Bord werfen. Aber Neukunden …? Die müssen überzeugt werden … und das iPad Mini ist in meinen Augen das erste Tablet von Apple, dem das nicht ganz so einfach gelingt wie die sonstigen Geräte.

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Ein Kommentar

  1. Ich hab Deinen Beitrag mit großem Vergnügen gelesen, weil ich auch ein Star Treck Fan bin. Ich mache übrigens Headcam Cooking Videos, inspiriert von den Borgs: „Ich zeig Euch kochen: Widerstand ist zwecklos“. Soviel zur Selbstdarstellung, nun zu Deinem Beitrag: Ich habe vor kurzer Zeit iPad 1- iPad 3, alle drei Geräte an einem Tisch gehabt. Wir haben 5 Leute, die keine User sind nach der Leserbarkeit und Auflösung gefragt, dabei mehrere Bücher und Anwendungen mit allen Geräten aufgerufen. Verblüffend aber wahr, die Menschen nehmen keinen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Auflösungen und mehr- Pixel wahr. Daher bin ich der Meinung, das ist alles technisches Verkaufs Bla Bla – besonders das was Amazon gerade macht. Der tägliche Anwender merkt einfach kaum oder gar keinen Unterschied. Ich will, als Apple Fan damit folgendes sagen: Ob das iPad Mini nun Retina hat oder nicht ist völlig egal, das Teil rockt einfach, weil die Apfels als einzige seit 20 Jahren Ihre Hausaufgaben machen. Auch Amazon hat es aus meiner Sicht verabsäumt, das Thema Buch komplett abzudecken, so liest meine Frau gerne am SW Kindle, mehr ist aber nicht. Denken wir an Sachbücher (Kochbücher) mit Bild und Video, was wiederum mein Bereich ist, dann sind die Darstellungsmöglichkeiten am Kindle in Richtung Buch einfach noch lange nicht so genial wie in einem iPad Kochbuch, welches ich mit ibooks author selbst erstellen kann. Beim Kindle sind wir dann wieder in der APP und leider weit weg vom Buch. Für mich ist das iPad Mini einzig im Preis noch zu teuer, hätte mir hier 250 – 300 Euronen gewünscht aber mit Mobilfunk Karte, damit das Teilchen noch massentauglicher wird. Gleichzeitig sollte uns klar sein: Google Nexus und Kindle Fire sind sicher keine Renditenbringer, ich gehe davon aus, dass die großen Zwerge damit wenig bis gar nichts, unterm Strich verdienen. Was ist Deine Meinung?

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