Boom der Online-Tagebücher

Mehr schlecht als Recht ist ein Artikel im Handelsblatt über den Boom der Online-Tagebücher. Ich dachte wir sind mittlerweile auf einem höheren Level angekommen, was die Berichterstattung über Weblogs angeht.
Nico beteuert übrigens glaubhaft trotz Interviews nicht an der schlechten Qualität des Artikels schuld zu sein 😉
Einzig und allein die beiden Informationen über die Lage der Bloghoster twoday.net und 20six bestätigen meine seit 2 Jahren vertretene Meinung, dass Weblog-Hosting in Deutschland im deutschsprachigen Raum (zumindest derzeit) kein profitables Geschäftsmodell ist:

?Etwa neun Prozent der 2500 Blogger bei uns zahlen für den Dienst?, sagt Projektleiter Michael Schuster [Anmerk.: von twoday.net] […] Der Umsatz mit den Weblogs lasse jedoch noch sehr noch zu wünschen übrig: ?Reich werden wir damit nicht.?

Beim Marktführer 20six sieht es offenbar noch „besser“ aus:

in Hamburg decken die Einnahmen allerdings bisher allenfalls die Kosten für den Datenverkehr.

[Nico via IM]

2 Kommentare

  1. ohne das wirklich beurteilen zu können kommen mir 10% zahlende kunden doch schon als eine ganz gute quote vor. jetzt muss nur noch die absolute anzahl steigen 😉
    —–

  2. 10% sind sicherlich eine gute Quote; aber aus unternehmerischer Sicht – die ich hier anführe – nicht zufriedenstellend.
    Nehmen wir an, die 250 Menschen zahlen alle 5 Euro, dann kommen mtl. 1250 Euro zusammen. Dazu kommen vielleicht wieviel Euro durch Werbung?! 300 mtl.?
    Würde twoday.net nur Hosting-Services anbieten und nicht ein Agenturen-Tagesgeschäft haben, könnte sich dort niemand ernähren.

    20six bietet derzeit kein „Kauf-Angebot“ an, dort wäre die Quote aber vielleicht noch schlechter, da ich den Eindruck habe, dass dort eine noch jüngere und zahlungsunwilligere-/-unfähigere Klientel weilt.

    Bei blogg.de wird die Quote der Zahlenden – ohne jetzt schlecht unken zu wollen, Nico – sicherlich auch nicht begeisternd hoch sein …

    Weblog-Hosting als alleiniges Geschäftsmodel lohnt sich nicht. Als „nebenbei“-Angebot wie bei Knallgrau oder Designblog wird kein „wir werden reich“-Gewinn rauskommen, auf der anderen Seite darf man persönliche Liebe (die sich Agenturen gern leisten), PR und vor allem den Aufbau und Repräsentation technischen Know-Hows nicht außer Acht lassen …

    Im Grunde ist 20six heute der Einzige am Markt der „nur Blog-Hosting“ als Geschäftsmodell hat. Alle anderen können sich querfinanzieren oder sind private Initiativen, bei denen ein unternehmerischer Gewinn nicht benötigt/beabsichtigt/primäres Ziel ist.
    Und 20six kommt im Ausland zwar positiver an als in der Blogosphäre hierzulande, aber dort zerbricht man sich mit Sicherheit heftig den Kopf wie man – aus unternehmerischer Sicht – profitabel werden kann; müssen tun sie es.

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