Coworking steht auf wackeligen Beinen

Einen Coworking Space zu betreiben, ist kein Zuckerschlecken. Das Hypevehikel der Digitalen Bohème hat es nicht einfach. Denn in der Regel läuft es mit Coworking Spaces so: Jeder findet sie toll, jeder will möglichst überall einen, wenn es dann aber an den Punkt kommt, wo man regelmäßig einkehren soll – damit sich das Ding auch trägt -, da geht dem digitalen Nativen dann recht schnell die Luft (oder eben realweltlich gesprochen: das Geld) aus.

Kann natürlich jeder behaupten – aber ich weiß, wovon ich rede. Coworking Spaces haben es schwer, Geld verdienen sie im Wesentlichen weniger durch ihre Mieter als durch eine ausreichende Anzahl von Events und Sonderveranstaltungen.
Sehen wir der Tatsache einfach ins Auge.

Der Tatsache ins Auge sehen muss nun auch das Betahaus Hamburg. Denn nach den Betahaus-Kollegen in Köln müssen nun auch die Hanseaten ihr Haus wohl dicht machen – das Betahaus Hamburg hat Insolvenz angemeldet.
Das bedeutet nicht zwangsläufig die Schließung des Coworking Spaces, aber es zeigt die Lage der Spaces in ganz Deutschland exemplarisch auf.

Kleine Coworking Spaces halten sich durch den engen Kontakt der Mieter, ähneln im Kern eher Bürogemeinschaften. Größere Häuser haben es da schon schwerer – die Preisgestaltung ist schwierig, der Punkt an dem man zumindest eine schwarze Null schreibt wackelig; zu viele Faktoren sind beim Betrieb eines Coworking Spaces eine ungewisse Konstante. Wankt eine, kann das gesamte Coworking-Haus einstürzen.

Aus dem Betahaus-Aus in Köln und Hamburg (zwischenzeitlich haben ja nicht nur die beiden geschlossen, sie machen aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und Größe nur eben viel Bohei) können Coworking-Fans nur eine Konsequenz ableiten: Redet nicht nur drüber, lebt es! Geht hin, empfehlt es – auch an Kunden, wenn die einen Veranstaltungsort suchen. Wenn ihr Coworking tatsächlich als neue Form des Arbeitsplatzes seht, müsst ihr dafür auch selbst in die Tasche greifen …

Ein Kommentar

  1. Ein „Like“ für den letzten Absatz. Über 40 Leute setzten ihren Namen auf eine Warteliste, bevor das Betahaus Hamburg vor genau 3 Jahren eröffnet hat. Anzahl der tatsächlichen festen Mieter dann zu Start: 2.

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