BarCamp in Leipzig, oder: Von der Nicht-Vernetzung der Leipziger Szene

“Lokale und regionale Netzwerkarbeit sowie Innovationspotenziale sollten gefördert werden”, stellt die IHK Leipzig vor einem Jahr in einer Studie fest. Jetzt unternimmt Leipzig den ersten Schritt – mit dem FreelanceCamp, einem BarCamp der Städte-Initiative “koopstadt”, welche die Städte Leipzig, Nürnberg und Bremen verbindet.
Problem nur: Das BarCamp in Leipzig ist am 17. Oktober – also in genau einer Woche. Und noch sind 130 von 150 Plätzen frei.

Auf das “warum” gibt es sicherlich diverse Antworten, die auch mit Fehlern der Organisatoren zusammen hängen. Es gibt darüber hinaus aber vor allem auch die Antwort, dass die Leipziger Webszene einfach zu schlecht vernetzt ist, oder es vielen auch egal ist. Der twitter-Account @webszene_le will ein erster Schritt dagegen sein: Hier werden Termine für die Webszene getwittert, und über 100 Follower zeigen zumindest, dass es einige interessiert. Die Frage nun wäre: Warum melden die sich nicht an?
Sicherlich auch, weil “FreelanceCamp” recht schwammig ist in der Definition, um was es gehen wird. Nur greift in dem Augenblick der BarCamp-Gedanke: Das FreelanceCamp wird das, zu was ihr es macht. Sprich: Die Themen liegen bei euch!
Zum BarCamp Leipzig vor einem Jahr haben wir 150 Leute (und 200 Anmeldungen) nach Leipzig gebracht. Da wird es möglich sein, diese Menschen auch zum BarCamp in Leipzig 2009 zu bringen, oder?

Es wird kein weiteres BarCamp 2009 in Leipzig geben. Also nutzt die Chance und nehmt am FreelanceCamp teil. Die Organisatoren haben sich wirklich Mühe gegeben. Außerdem wären viele Teilnehmer ein wichtiges Signal an die Stadt Leipzig, dass es hier eine lebendige Web- und Medienszene gibt, um die es sich zu kümmern lohnt!

Also: Anmelden, Freunden Bescheid sagen sich anzumelden und mailen, tweeten, …
(Um euch anzumelden, müsst ihr euch unter freelancecamp.mixxt.de registrieren, und dann hier rechts anklicken, dass ihr teilnehmen werdet)

* Das FreelanceCamp findet am 17. Oktober 2009 im Joseph Konsum in der Karl-Heine-Strasse statt. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, ihr müsst nur Laptops, Themen, Ideen und ein wenig Spaß mitbringen! Das BarCamp richtet sich an alle Freelancer in Leipzig, egal ob Web, Journalismus, Kunst oder Architektur … Wenn 100.000 zum Lichtfest auf Leipzigs Straßen kommen, wird es doch möglich sein, 150 zu einem lockeren Treffen zu bekommen, um Kontakte zu knüpfen und aktuelle Themen zu besprechen?

** Und übrigens: Am 12. Oktober ist Webmontag in Leipzig – explizit für die Webszene in Leipzig. Ab 19 Uhr im Spizz am Markt.

… und ja, ich werde sowohl am 12. auf dem Webmontag sein, als auch am 17. auf dem FreelanceCamp

Ergänzung: Im Rahmen des FreelanceCamps will das Leipziger Amt für Wirtschaftsförderung u.a. heraus finden, welche Erwartungen an zukunftsfähige Wirtschaftsförderung im Kreativbereich die Szene in Leipzig hat. und wie die Freischaffenden in Leipzig ticken. Diese Veranstaltung ist eine Chance dem Amt deutlich zu machen, wie stark die Szene der Freischaffenden in Leipzig ist und welche Erwartungen wir an ein für uns wirtschafts- und schaffens-freundlicheres Leipzig haben.

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16 Kommentare

  1. ich bin an dem samstag (17.10.) terminlich gleich mehrfach verbucht und finde die einschränkung auf freelancer ehrlich gesagt auch etwas unglücklich.

    die eher schleppenden webmontage führen mich ausserdem zu der frage, ob das konzept, man trifft sich zum geplanten austausch über andere projekte, sooooo geeignet/gefragt ist. vielleicht versucht man es mal zur abwechslung mit einem regelmässigen (gleicher ort, gleiche zeit, also: verlässlich wiederkehrend und damit leicht planbar), aber dafür unverbindlichen web-stammtisch. ist vielleicht nicht so web2.0-ig wie nen webmontag oder nen barcamp – aber sind wir mal ehrlich: zum netzwerken und miteinander ins gespräch kommen, brauch ich nicht immer nen tech-vortrag.

    sowas in der art gibt es bereits mit dem open coffee club (https://www.xing.com/net/occleipzig/), hat dort nur (bislang) den fehler, dass termine (vor-)mittags eher inkompatibel mit unserer vermuteten zielgruppe sind…

  2. – Das BarCamp 2008 hat gezeigt, dass so eine Konferenz funktionieren *kann*
    – Wozu noch ein Treffen, wenn es schon zig gibt, die alle nicht recht funktionieren? Neben dem Web-Montag gibt es den OCC, die Webdesigner-Table, einen SEO-Stammtisch, …
    – Den OCC gibt es in einer Version vormittags und einer Version abends.

    Die „Beschränkung“ auf Freelancer für ein BarCamp ist so schlimm nun auch nicht, bei BarCamps ist die Rate der Freelancer außerordentlich hoch. Und an einem Montag-Abend zum Web-Montag kann jeder kommen, ob Freelancer oder nicht. Die Vorträge dort dienen im Grund genommen ja auch nur der Motivation zu kommen. Wir hatten auch schon Treffen, die ohne Vorträge ausgekommen sind und noch weniger Aufmerksamkeit erfahren haben.

    Und wegen abends/vormittags: Ich als Familienvater & Freelancer finde Vormittag-Termine besser als Abendtermine, denn der Abend gehört meiner Familie. Jemand der angestellt ist findet abends besser, weil er da frei hat, aber vielleicht hat die Freundin/Frau was dagegen. Und jemand ohne Familie findet abends wahrscheinlich auch besser, ist aber vielleicht mit Freunden verabredet.
    Du siehst: 100% kann man es eh nie Recht machen, die Frage ist: Mit welchem Termin bekommt man die meisten (der Termin für das FreelanceCamp stand nun auch bereits einige Zeit fest, WebMontag findet einmal am Monat statt und der OCC alle 14 Tage zu fixen, weit im vornherein kommunizierten Terminen). Und die zweite Frage: Wie bewegt man die Leute, zu kommen? So ein BarCamp – ganz abgesehen davon, ob Freelancer oder Angestellte – ist imho ein gutes Ding um die Leute mal zusammen zu bekommen, um über Dinge zu sprechen und Visitenkarten auszutauschen.

    „so web2.0-ige Dinge“ übrigens gibt es nicht mehr. Das Web 2.0 ist tot, man nennt es jetzt „Internet“. 😉

  3. @fifi die Abendtermine wurden leider auch nicht (produktiver) angenommen. Selbst ein alternierender Termin kam nicht gut an. Aber für Vorschläge bin ich / sind wir offen. gern über @occle oder xing oder

  4. Hmmm, es gab in Bezug auf Vernetzung und gemeinsames Arbeiten von Freelancern erst vor wenigen Tagen ja schon eine ähnliche Initiative von @coworking_le und Interesse scheint auf jeden Fall vorhanden zu sein. In der »Webszene« gibt es Usergroups zu Ruby on Rails, Symfony und Doctrine, Python sowie das @sublab. Vernetzung und Austausch laufen da ziemlich gut. Freelancing ist ein spannendes Thema, aber was soll die Stadt da machen? Aufträge vergeben? 🙂 Initiativen wie @coworking_le fördern wäre vermutlich sehr hilfreich. Und ein Treffen mit konkreteren Themen ankündigen – nur austauschen und mal miteinander reden und Visitenkarten austauschen erscheint mir zu allgemein.

  5. man kann es vielleicht auch so sehen: die webszene in leipzig ist offenbar so heterogen, dass sie sich bereits entsprechend kleinteilig organisiert hat…

    die frage ist: will/braucht man was grosses/gemeinsames?
    barcamp: gerne, aber bevorzugt mit etwas mehr vorlauf.

    wirklich alle unter einen hut bringen wird wohl eh schwierig… schlage übrigens gemeinsames glühweintrinken vor – zum weihnachtsmarkt ist ja nicht mehr sooo lang hin 😉

  6. Vielleicht sind es keine FreeLancer, die in @heldenstadt aktiv sind?

    Vielleicht will sich auch NieMand von der verwaltung @leipzig.de für IrgendWas einfangen lassen?

    Vielleicht gab es keine EinLadung an die @PerSonen ?

  7. @ smile_x,
    „Was kann die Wirtschaftsförderung tun“ – nein, keine Aufträge vergeben, ist ja Quatsch. Aber das gute Co-Working-Projekt fördern zum Beispiel. Das ist absolut notwendig. Oder einmal im Jahr eben ein BarCamp veranstalten.

    Warum die Szene sowas braucht? Ganz einfach: Um über die eigenen Stammtische hinweg zu sehen. Um zu sehen, was noch so geht. Um zu sehen, mit wem ich eventuell zusammen arbeiten könnte, mit wem ich mich austauschen könnte, mit wem ich gern befreundet sein würde? Mit fallen da unendlich viele Dinge ein ..

    @fifi
    > barcamp: gerne, aber bevorzugt mit etwas mehr vorlauf.

    Ja, ich denke, dass ist das Problem diesmal. Wir hatten 2008 drei Monate Vorlauf

    > gemeinsames glühweintrinken

    Hatten wir ja auch schon .. 😉 Gern.

  8. Die Verwaltung in Leipzig fängt damit ja niemanden ein. Das wird keine Werbeaktion der Stadt, es soll ein Treffpunkt für die Freelancer sein. Und die Szene der freischaffenden Medienleute ist in am Medienstandort Leipzig durchaus groß genug ..

    Dass es keine direkten Einladungen an die Personen gibt meinte ich u.a. mit den Fehlern die man auf Seiten der Organisatoren gemacht hat, die haben sich nicht tief genug in die Szene hier eingebunden. Aber das soll jetzt doch nicht der Stolperstein sein, dass wir keinen gewinnbringenden Samstag verbringen können, oder?

  9. 1. Der Titel FreelanceCamp spricht mich in Bezug auf den Namen überhaupt nicht an.

    2. „Außerdem wären viele Teilnehmer ein wichtiges Signal an die Stadt Leipzig, dass es hier eine lebendige Web- und Medienszene gibt, um die es sich zu kümmern lohnt!“ – Für wen ist dieses Signal wichtig? Warum muss es erfolgen? Weiß @StadtLeipzig nicht um seine stärken?

    3. Netzwerken funktioniert nur, wenn die Menschen es auch wollen und ein ehrliches Interesse an Kommunikation und Austausch besteht. Man brauch keine @vernetzungsstelle

  10. @EinTwitterer

    Nein, ich habe ab und an das Gefühlt, dass man in Leipzig nicht um die Stärken der eigenen Medienszene weiß. Natürlich muss netzwerken freiwillig erfolgen, die Frage aber ist doch: Was spricht dagegen sich auszutauschen, zu befreunden, zusammen zu arbeiten? Man klicke einmal das Konkurrenzdenken aus, oder was auch immer in einem gegen ein lockeres Treffen rebelliert? Ich bin auch nicht die großartige Rampensau, oder der große „ich tauche auf jedem Treffen auf“-Typ sondern selektiere sehr stark. Aber was spricht dagegen, sich einmal kennen zu lernen und zu sehen wer da noch in seiner Kammer vor sich hin werkelt?

    @Lydia
    Ja, vielleicht ist der Termin wegen der Buchmesse schlecht gewählt, aber einen Termin zu finden der 100% alle erreicht ist eben nicht möglich. Ich glaube aber auch nicht, dass alle Freelancer jetzt zur Buchmesse fahren, da bleiben sicherlich genug Leute am Wochenende übrig in Leipzig 😉

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